Verarbeitung im Text

 

4. 1. Arbeitsweise

Beim Abruf von Bausteinen während der Bearbeitung eines Dokuments im Textsystem steht ebenfalls die komplette Verarbeitungssprache zur Verfügung.

Wird ein Baustein abgerufen, so wird zunächst geprüft, ob der Baustein ein Vorcode- Zeichen enthält. Wenn nein, wird der Baustein so, wie er ist, vor der aktuellen Cursorposition angekettet.

Ist ein Vorcode vorhanden, so wird, falls nicht bereits beim vorigen Abruf erfolgt, zunächst bestimmt, mit welcher Datenbank und welchem aktuellen Objekt gearbeitet werden soll. Zu diesem Zweck wird ein Dialogfenster eröffnet, in dem folgende Angaben erfragt werden:

 
 
 

Hinter Datenbank und Suchfeld stehen als Vorbesetzung Angaben, die aus den Dokumentenparametern (Text-Dokumentation) übernommen werden, aber im Dialog überschrieben werden können.

Nach Abschluß der Eingaben wird mit dem Suchbegriff eine Suche in der angegebenen Datenbank gestartet. Die gefundenen Objekte werden in einer Liste zur Auswahl vorgelegt. Mittels Balkenauswahl kann man dann das richtige Objekt auswählen.

Wird auf Grund der Suchzeichenfolge kein passendes Objekt gefunden, so erscheint eine Meldung mit der Frage, ob ein Objekt erfaßt werden soll. Wird diese Frage bejaht, wird das Erfassungsprogramm der Datenbank aufgerufen, und man kann das fehlende Objekt erfassen.

Sind Objekte gefunden worden, aber das richtige Objekt ist nicht dabei, so kann man durch Eingabe der Taste Einfg ebenfalls in das Erfassen wechseln.

Das mittels Balkenauswahl ausgewählte bzw. das neu erfaßte Objekt gilt im folgenden als aktuelles Objekt, d.h. die anschließend ausgeführte Verarbeitung arbeitet mit diesem Objekt und seinen Inhalten. Als Verarbeitungsvorschrift wird der Abrufbaustein ausgewertet. Die Verarbeitung erzeugt gemäß dieser Verarbeitungsvorschrift einen Ausgabebaustein, der anschließend vor der aktuellen Cursorposition in das Dokument eingefügt wird.

Erst danach, wenn also die komplette Verarbeitung des Bausteins beendet ist, folgt die weitere Behandlung des Abrufbausteins, wie z.B. die Auswertung von Stopcodes oder Rechnerzeichen.

Welche Datenbank bzw. welches Suchfeld als Vorschlagswerte beim Bausteinabruf im Dialogfenster angezeigt werden, wird über die eingestellten Dokumentenparameter bestimmt. Dabei wird zunächst unterschieden zwischen Erstabruf und Folgeabruf. Der Erstabruf bezieht sich (wie aus dem Namen bereits hervorgeht) auf den ersten Abruf eines Bausteins in einem Dokument. Dieser erfolgt über

F10 + A

bzw. über Klicken mit der rechten Maustaste und Auswahl des Anwahlpunkts 'Abruf'.

 

Beim Schreiben von Briefen handelt es sich beim Erstabruf im Normalfall um eine Anschriften- Datenbank.

 

Der Folgeabruf wird eingeleitet über

F10 + D

bzw. über Klicken mit der rechten Maustaste und Auswahl des Anwahlpunkts 'DORADO'.

Durch den Folgeabruf kann (muß aber nicht) auf eine andere Datenbank, z.B. eine Artikeldatenbank zugegriffen werden.

 

Die Konfiguration der Datenbankparameter erfolgt in den Dokumentenparametern, und zwar für den Erstabruf ab Zeile 100:

Zeile
Bedeutung
100 DB-Name für Erstabruf (nur für Kommentarzwecke)
101 Datenbankanwahl
102 Datenbanklaufwerk, d.h. Laufwerk der Konfiguration
103 Nummer des Suchfeldes
104 Abrufbaustein
105 J, falls automatische Objektbestimmung
110 Kommentarfeld für Ablage (Angabe der Feldnummer)

Hierzu noch einige Anmerkungen:

  1. Ist die Nummer des Suchfeldes in Zeile 103 größer als die Anzahl der vorhandenen Felder, so erfolgt der Suchzugriff über die Objektnummer

  2. Ist in Zeile 104 der Name eines Abrufbausteins angegeben, so erfolgt beim Erfassen eines Dokuments als erstes automatisch ein Abruf auf diesen Baustein.

  3. Ist in Zeile 105 ein J für automatische Objektbestimmung eingetragen, so unterbleibt die Suchanfrage beim Erstabruf. In diesem Fall muß das aktuelle Objekt im Abrufbaustein mittels Verarbeitung z.B. aus dem Dokumentennamen bestimmt werden. Diese Leistung ist mit Vorsicht einzusetzen und nur sinnvoll, wenn in Zeile 104 ein entsprechender Abrufbaustein vereinbart ist.

Die Datenbankfolgeparameter werden, falls sie von den Erstabrufparametern abweichen, ab Zeile 200 vereinbart:

Zeile
Bedeutung
200 DB-Name für Folgeabruf (nur für Kommentarzwecke)
201 Datenbankanwahl
202 Datenbanklaufwerk, d.h. Laufwerk der Konfiguration
203 Nummer des Suchfeldes
204 Abrufbaustein

Ein in Zeile 204 angegebener Abrufbausteinname wird als Vorbesetzung in das entsprechende Feld des Dialogfensters beim Befehl DORADO aufgenommen. Der Abruf erfolgt nicht automatisch.

 

4. 2. Spezialvariable

Aus Kompatibilitätsgründen zu älteren Textsystemen (egstra) werden beim Abruf eines Bausteins im DORADO Text in Erweiterung zur 'normalen' Verarbeitung folgende Vorcodes ausgewertet:

Variable
Bedeutung
Vc b Benutzerkürzel
Vc d bzw. VcD aktuelles Datum
Vc s Dokumentenname
Vc E aktuelle Seitennummer
Vc e aktuelle Seitennummer plus 1
VcA1 bis VcA9 Inhalt von Feld 2 bis 10
VcY1 bis VcY9 Inhalt von Feld 11 bis 19
Vc K Inhalt von Feld 20

 

Wenn möglich sollten diese Vorcodes nicht mehr genutzt werden, sondern durch die entsprechenden Funktionsaufrufe der Verarbeitungssprache (z.B. Vc +date() ) ersetzt werden.

 

4. 3. Verarbeitungsvariable und Ablageverwaltung

4. 3. 1. Kommentarfeld

Beim ersten Abspeichern eines Dokuments wird der Inhalt der Verarbeitungsvariablen k$ als Kommentar in die Ablage übernommen.

k$ wird vorbesetzt mit dem Inhalt des Feldes, das in Zeile 110 der Dokumentenparameter konfiguriert ist, kann aber beliebig mittels Verarbeitung verändert werden.

 

Beispiel:   Vc : k$ = k$ + ', Lieferschein'

 

 

4. 3. 2. Ablage-Zusatzfelder

In der Ablagedatenbank existieren die Felder ZusatzA bis ZusatzZ. Diese Felder können installationsspezifisch auch anders benannt werden, da die Ablage nur über Feldnummer darauf zugreift.

Beim Abspeichern eines neuen Dokuments erfolgt die Rückschreibung der Verarbeitungsvariablen a$ bis z$ in diese Felder, wenn die zugehörige konfigurierte Feldlänge größer als eins ist.

Ist also ZusatzP beispielsweise mit 5 Zeichen Länge vereinbart, so wird der Inhalt von p$ in das Feld ZusatzP gespeichert. Ist ZusatzP nur ein Zeichen lang, so unterbleibt die Rückschreibung.

Die Zusatzfelder können natürlich auch selektierbar sein. Sind selektierbare Zusatzfelder vorhanden, so kann man auf Ebene der Ablage auch nach deren Inhalten suchen. Die Anwahl erfolgt über


Befehl
(F10 oder rechte Maustaste)

Suchen


Zusatz

 

Daraufhin erscheint ein Untermenü mit den Namen der suchfähigen Zusatzfelder, aus denen eins ausgewählt werden kann. Anschließend wird die Suchzeichenfolge eingegeben.

 

4. 4. Verarbeitung im Spooler

4. 4. 1. Dokument drucken

Auch der Spooler ist in der Lage, die komplette DORADO-Verarbeitungssprache zu interpretieren und auszuführen, einschließlich der unter 4.2 beschriebenen Spezialvariablen.

Beim Drucken von Einzeldokumenten können gezielt Verarbeitungsbefehle eingebettet werden. Beispielsweise kann durch einen Befehl der Form

Vc ! dateiname = 'text'

dafür gesorgt werden, daß im Augenblick der Druckausgabe eine entsprechende Rückschreibung zur Nachweissicherung in eine Datei erfolgt.

Bei der Nutzung von Vc-Befehlen innerhalb von Dokumenten muß man beachten, daß beim Abruf von Bausteinen Vc-Befehle bereits ausgeführt werden. Ein Verarbeitungs-Befehl, der mittels Abruf in ein Dokument übernommen und später vom Spooler ausgewertet werden soll, muß daher mit zwei Vorcode- (Vc) Zeichen beginnen.

Eine Besonderheit spielt in der Spoolerverarbeitung die Zahlvariable k. Auf ihr hinterlegt der Spooler die Nummer der aktuell im Druck befindlichen Kopie. So ist es möglich, Kopien und Originale unterschiedlich zu gestalten.

 

Beispiel:  

Vc <(k>1) KOPIE Vc >

 

Erhält der Spooler den Auftrag ein Dokument zu drucken, so bestimmt er aus den Angaben in der Druckauftragsdatei sowie der dokumentenspezifischen Protokolldatei vom Typ 13, mit welcher Datenbank und welchem Objekt gearbeitet werden soll. Im Normalfall handelt es sich dabei um die beim Erstabruf eingestellte Datenbank und das dort ausgewählte Objekt. Grundsätzlich interpretiert der Spooler Verarbeitungsbefehle so weit wie möglich auch dann, wenn er kein aktuelles Objekt und keine Datenbank ermitteln kann (z.B. beim Drucken von Textbausteinen). Allerdings sind dann verschiedene Verarbeitungsbefehle, wie z.B. Feldabrufe unsinnig und auch unzulässig.

Ferner liest der Spooler vor dem Drucken eines Dokuments die in der Protokolldatei gesicherten Verarbeitungsvariablen ein. Deren Inhalte können nachfolgend abgefragt werden. Änderungen sind auch möglich, es findet aber keine Rückschreibung in die Protokolldatei statt.

 

4. 4. 2. Serienbrief

Hauptanwendung der Verarbeitung im Spooler ist das Drucken von Serienbriefen. Der Auftrag zum Drucken von Serienbriefen wird im DORADO erteilt (Arbeiten mit DORADO).

Zu einem Serienbrief gehören folgende Komponenten:

Ausgabeparameter
Hierzu gehört die Festlegung der Druckervoreinstellung und des Formats
DS-Datei
In der DS-Datei sind alle Anschriften (d.h. alle Datenbankobjekte) vermerkt sind, an die ein Brief geschickt werden soll.
Brieftext

Der Brieftext enthält neben der eigentlichen Textinformation und dem Layout mehr oder weniger viele Verarbeitungsbefehle.

Für jede Anschrift aus der DS-Datei wird vom Spooler ein Brief mit dem angegebenen Brieftext erzeugt. Dabei werden vom Spooler für jede Anschrift alle im Brieftext enthaltenen Verarbeitungsbefehle (z.B. zum Einfügen der Anschrift und Anrede) ausgewertet.